Ursprung von Franchising

Das Grundprinzip des Franchisings wurde bereits im Mittelalter entwickelt. In Frankreich bezeichnete „Franchise“ die Vergabe von Privilegien an Dritte gegen einen bestimmten Geldbetrag. In Großbritannien bezeichnete man die Erlaubnis zur Steuereinnahme, die das Königshaus bestimmten Vertrauensleuten erteilte, als Franchise.

Die Entwicklung des modernen Franchisings begann in den USA. Unter dem Begriff wurden Rechte zur Erschließung des Kontinents vergeben. So wurde zum Beispiel der Bau von Eisenbahnlinien konzessioniert. Der Begriff Franchising erhielt Einzug in den amerikanischen Wirtschaftswortschatz. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verstand man unter Franchise die kommerzielle Nutzung von Rechten Dritter.

Entstehung der modernen Franchisesysteme

Im Zuge der Industrialisierung entstanden die ersten Franchisesysteme. So erlaubte der berühmte Nähmaschinenhersteller „Singer“ fahrenden Händlern im Jahr 1860 Nähmaschinen auf eigene Rechnung und in eigenem Namen zu verkaufen. Auch Unternehmen wie General Motors und Coca Cola begannen nach diesem Prinzip zu arbeiten.  

Das erste moderne und bis heute weltweit bekannte Franchise-System wurde im März 1955 von einem Jazz-Musiker und Milchmixgetränke-Vertreter gegründet. Ray Kroc leitete mit seiner Hamburger-Kette McDonalds den Siegeszug des Franchisings ein. Kroc arbeitete nicht nur angebotsorientiert, sondern teilte auch das Wissen der Geschäftsführung mit seinen Franchise-Partnern. In den USA leisteten Franchise-Systeme wie Mc Donalds einen wesentlichen Beitrag zum Wirtschaftsaufschwung und auch in Europa setzt sich dieses Prinzip immer mehr durch.  

Weltweit gibt es heute mehr als 12.000 Franchise-Geber und rund 800.000 Franchise-Nehmer. Auch in Deutschland setzt sich Franchising immer mehr durch. Gab es 1995 gerade einmal 530 Franchise-Systeme, sind es heute bereits über 950 – Tendenz steigend.  

Die Zukunftsprognosen für die Entwicklung der Franchise-Wirtschaft sind positiv, es wird nach wie vor ein überdurchschnittliches Wachstum erwartet. Der Grund hierfür ist klar: Franchisesysteme sind genau auf ein Produkt bzw. eine Branche zugeschnitten und zugleich macht die Arbeitsteilung zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer das Unternehmen außergewöhnlich flexibel. Franchise-Unternehmen können sich jederzeit neuen Marktanforderungen stellen und haben damit beste Vorraussetzungen für langfristigen Erfolg.

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