McDonald`s - Fast Food - Systemgastronomie

Julia Koschitzke

Franchise-Nehmer seit Januar 2012

Julia Koschitzke

Wie und wieso sind Sie Franchise-Nehmerin bei McDonald’s geworden?
Ich bin in einer McDonald’s Familie groß geworden, denn schon mein Vater war Franchise-Nehmer. So stand ich mit 16 an der Kasse und in der Küche und bin in den operativen Teil hineingewachsen. Ich studierte dann Internationale BWL, um über den Tellerrand zu schauen und McDonald’s selbst besser einschätzen zu können. Schließlich hat mich aber die Marke gefesselt und nicht mehr losgelassen. Als mein Vater 2008 ein neues Restaurant eröffnete, war dies natürlich eine tolle Möglichkeit, um direkt einzusteigen. Seit 2012 bin ich nun selbst Franchise-Nehmerin.

Welche Chancen ermöglicht McDonald’s seinen Franchise-Nehmern?

Innerhalb einer globalen Marke können sich McDonald’s Franchise- Nehmer lokal verwirklichen. So hat man die Möglichkeit eine tolle und starke Marke mitzugestalten und zugleich auf lokaler Ebene sehr selbstständig zu agieren. Man ist quasi ein kleines Unternehmen innerhalb eines großen Konzerns.

Wie bewerten Sie Ihre gegenwärtige unternehmerische Situation?
Wir stehen gegenwärtig unter einem enormen Kostendruck. So bedeutet die EEG-Umlage Kosten von rund 28.000 Euro pro Restaurant im Jahre 2014 – das sind Mehrkosten von ca. 4.300 Euro gegenüber 2013. Große Unternehmen können diese Belastung noch schultern, der Mittelstand hingegen kaum. Es ist wichtig, Stabilität und Planungssicherheit herzustellen, um nicht permanent Sorge zu haben, wie man sich anpassen kann. Zugleich ist es eine Herausforderung, Arbeit attraktiv zu gestalten, sowohl als Arbeitgeber als auch durch die politischen Rahmenbedingungen. Arbeit muss sich von den äußeren Bedingungen her lohnen. Zudem ist es schwer, gute Mitarbeiter zu finden. Zwar habe ich dieses Jahr mehr Azubis eingestellt als zuvor, doch es war ein Kraftakt. Hier hört die Arbeit jedoch nicht auf, denn wir haben teilweise sogar einen Erziehungsauftrag zu erfüllen und können uns nicht nur aufs Fachliche konzentrieren. Wir arbeiten mit Menschen und ohne gute Mitarbeiter können wir auch unsere Gäste nicht zufriedenstellen.

Welche Faktoren sind für Ihren Erfolg als Mittelständlerin entscheidend?
Wir benötigen in allen Bereichen stabile und zuverlässige Rahmenbedingungen, um Planungssicherheit zu haben, sei es bei den Steuern, der Energiewirtschaft oder dem Arbeitsmarkt. Ich erinnere mich etwa noch gut an das Thema Erbschaftssteuer, als ich mein eigenes Restaurant übernahm und es tagelange Diskussionen mit unseren Steuerberatern gab. Die Frage muss also erlaubt sein, ob die Bedingungen, die gestellt werden, realistisch sind. Denn Steuernachzahlungen bei der Erbschaftssteuer können sich schon aus den kleinsten Veränderungen ergeben, die gerade in der Gastronomie schnell notwendig sein können.

Anzahl Restaurants: 7

Standorte: Minden, 2 x Porta Westfalica, Löhne, Lübbecke, Rehren, Rinteln

Mitarbeiter: ca. 300

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