Franchise-Nehmer

Bin ich ein Typ für Franchising?

Auf dem Weg in die Selbständigkeit stellt sich fast jeder irgendwann die Frage: Bin ich überhaupt der Typ für eine Unternehmensgründung? Bringe ich alles mit, um ein erfolgreicher Franchise-Partner zu werden? Es spielen verschiedenste Faktoren für den Erfolg oder Misserfolg einer Existenzgründung eine Rolle. Jede Branche und jedes Franchise-Konzept hat eigene, besondere Anforderungen. Andererseits sollte jeder Gründer gewisse grundlegende Eigenschaften mitbringen, damit solide Erfolgsaussichten bestehen.

Das macht einen Existenzgründer aus:



Motivation

Erfolgreiche Existenzgründer bringen ein gewisses Maß an Motivation und Einsatzfreude mit. Gerade am Anfang werden Gründer besonders gefordert. Laut dem KfW-Gründungsmonitor muss mit einer Arbeitszeit von rund 48 Stunden pro Woche gerechnet werden. Auch der Urlaub wird im ersten Jahr der Unternehmensgründung wahrscheinlich kleiner als sonst ausfallen.

Zielstrebigkeit

Am Anfang der Selbständigkeit gibt es besonders viel zu tun und an manchen Tagen geht es auch mal drunter und drüber. Da ist es wichtig dem Stress gewachsen zu sein und in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Als Gründer ist es wichtig, Pläne konsequent verfolgen zu können, aber auch in manchen Situationen schnelle Entscheidungen zu treffen.

Investitionsbereitschaft

Nicht nur Leidenschaft und Zeit, auch Geld werden Sie in Ihre Selbständigkeit investieren. Je nach Art des Unternehmens werden Sie eine entsprechende Investition haben und nach einem bestimmten Zeitraum mit entsprechenden Verdienstmöglichkeiten rechnen können. Sie sollten bedenken, dass Sie trotz Existenzgründung auch Ihre privaten Ausgaben weiter finanzieren müssen.

Know-how

Neben branchenspezifischem Wissen, sind auch allgemeine betriebswirtschaftliche sowie Management-Grundkenntnisse bei der Unternehmensgründung erforderlich. Ebenso werden gerade am Anfang Vertriebs- und Marketingkenntnisse gebraucht, schließlich wollen Sie Ihr Unternehmen und Ihr Angebot bekannt machen. Bei Wissenslücken in manchen Bereichen, können Sie sich entweder weiterbilden oder entsprechende Fachleute einstellen.

Wer diese Gründer-Eigenschaften in sich hat, kann darauf vertrauen, dass sein Weg in die Selbständigkeit gute Erfolgsaussichten hat. Doch nicht jeder, der das „Existenzgründer-Gen“ in sich trägt, wird in einem Franchise-System erfolgreich und zufrieden.

Das macht einen erfolgreichen Franchise-Partner aus:

Der erfahrene Franchise-Berater Alan J. Gibson hat auf Basis des „Technology Adoption Lifecycle“ – Modells verschiedene Typen von potentiellen Unternehmensgründern entwickelt. Das „Technology Adoption Lifecycle“ Modell beschreibt ursprünglich die Akzeptanzbereitschaft für neue Produkte im Hinblick auf demographische und charakterliche Aspekte. Gibson hat auf dieser Basis drei Typen entworfen, die sich gut für die Gründung eines Franchise-Unternehmens eigenen.

Typ 1: Der frühe Adaptor

Dieser Persönlichkeitstyp eignet sich besonders gut für eine Pilot-Niederlassung eines Franchise-Gebers oder als Franchise-Partner eines jungen Lizenzgebers. Er arbeitet gerne mit, wünscht sich ein gewisses Potential zur Mitgestaltung und schätzt eine enge Zusammenarbeit mit dem Franchise-Geber.

Der frühe Adaptor ist

  • unternehmerisch eingestellt
  • sucht Struktur, ist aber gleichzeitig offen für Experimente
  • besitzt eine gewisse Risikobereitschaft
  • erwartet ein tragfähiges Geschäftskonzept
  • will von frühen Marktchancen profitieren

Typ 2: Die frühe Mehrheit

Die meisten erfolgreichen Franchise-Nehmer gehören zu dieser Gruppe. Diese Persönlichkeiten schätzen die Vorteile, die ein Franchise-Unternehmen bietet.

Die frühe Mehrheit ist

  • weniger risikobereit
  • auf der Suche nach einem etablierten Geschäftsmodell
  • bereit nach vorgegebenen Leitlinien und Prinzipien zu arbeiten
  • ein Teamplayer und fühlt sich bei der Arbeit in einem Netzwerk wohl

Typ 3: Die späte Mehrheit

Dieser Persönlichkeitstyp ist nur bereit sich als Franchisenehmer selbständig zu machen, wenn er ein vertrauenswürdiges Geschäftsmodell für sich entdeckt. Für diesen Typ eignet sich auch die Übernahme eines bereits bestehenden Franchise-Betriebe

Die späte Mehrheit ist

  • bestrebt das Risiko möglichst gering zu halten
  • skeptisch gegenüber Selbständigkeit
  • nur bereit zu einer Gründung mit einem Franchise-Unternehmen, das bereits zahlreiche erfolgreiche Partner vorweisen kann

Weniger geeignet für die Existenzgründung in einem Franchise-System sind laut Gibson die sogenannten „Innovatoren“ und die „Nachzügler“. Wer als „Innovator“ ein besonders hohes Maß an unternehmerischer Motivation und Risikobereitschaft besitzt, wird sich von den Vorgaben eines Franchise-Systems wahrscheinlich zu sehr eingeengt fühlen. Die hohe Risikoabneigung und die Unsicherheit in Bezug auf eine Existenzgründung sorgen dafür, dass die „Nachzügler“ sich eher schwer tun als selbständiger Unternehmer.

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